Um der Engel willen (Teil 1)

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By Derek Prince

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Als Paulus Anweisungen gab ĂŒber die Art und Weise, wie die Gemeinde des Neuen Testamentsmit dem Bereich Anbetung umgehen sollte, schrieb er: „Darum soll die Frau eine Macht auf dem Haupt haben um der Engel willen“ (1. Kor. 11,10).

FĂŒr Paulus war es demnach selbstverstĂ€ndlich, dass Engel ebenfalls anwesend sein und aktiv teilnehmen werden, wenn immer Christen zusammenkommen, um den Herrn anzubeten.

WĂ€hrend unser gemeinsamen persönlichen Zeit der Anbetung kam es mehr als einmal vor, dass Ruth die Engel singen hörte. Angesichts dieser Tatsache wurden wir uns bewusst, welch ein Privileg es war, einen winzigen Teil der gesamten Anbetung des Universums miterleben zu dĂŒrfen, in die sowohl der Himmel als auch die Erde einbezogen war.

Von anderen Christen habe ich Àhnliche Zeugnisse gehört.

In HebrĂ€er 1,14 heißt es, dass die Engel Gottes „
 allesamt dienstbare Geister sind, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil erben sollen.“

UrsprĂŒnglich bezieht sich diese im Deutschen als „dienstbare Geister“ wiedergegebene griechische Bezeichnung speziell auf geistliche Wesen, die die priesterliche Funktion der Anbetung ausĂŒben. In der Gemeinde des Neuen Testaments waren also Himmel und Erde in der Anbetung vereint.

Mehrfache Rebellion der Engel

Die Bibel berichtet uns, dass die Engel mehr als einmal gegen Gott rebellierten. Die erste und zugleich bedeutendste davon war die ursprĂŒngliche Rebellion Luzifers (der ein Erzengel war), beschrieben in Jes 14,12-14:

„Wie bist du vom Himmel gefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! (Wie bist du) zu Boden geschmettert, ÜberwĂ€ltiger der Nationen! Und du, du sagtest in deinem Herzen: ‚Zum Himmel will ich aufsteigen, hoch ĂŒber den Sternen Gottes meinen Thron aufrichten und mich niedersetzen auf den Versammlungsberg im Ă€ußersten Norden. Ich will hinaufsteigen auf Wolkenhöhen, dem Höchsten mich gleichmachen.‘“

Ich persönlich bin der Ansicht, dass die göttliche Person, deren Position Satan einnehmen wollte, nicht Gott, der Vater, sondern Gott, der Sohn war (der spÀter in der menschlichen Geschichte als Jesus von Nazareth offenbart wurde).

Der Konflikt zwischen Jesus und Satan erreichte seinen Höhepunkt am Kreuz, wo es den Anschein hatte, Satan hĂ€tte Jesus besiegte In Wirklichkeit beraubte Jesus jedoch Satan jedoch all seiner Waffen und errang einen vollstĂ€ndigen Sieg ĂŒber ihn. Durch das Kreuz „hat er die Gewalten und die MĂ€chte völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt. In ihm [dem Kreuz] hat er den Triumph ĂŒber sie gehalten“ (Kol. 2,15).

In Offb. 12,3-4 wird Satan als „ein großer, feuerroter Drache“ beschrieben, dessen „Schwanz den dritten Teil der Sterne des Himmels fortzieht".

In seiner Position als Erzengel hatte Luzifer (der jetztige Satan) offenbar AutoritĂ€t ĂŒber ein Drittel der Engel im Himmel besessen, die sich seiner Rebellion anschlossen und daher mit ihm gemeinsam aus dem Himmel verbannt wurden.

Danach grĂŒndeten Satan und die Engel, die ihm gefolgt waren, ein rivalisierendes Königreich in der „Himmelswelt“ (Eph. 6,12) - irgendwo zwischen dem „dritten Himmel“ (2. Kor 12,2-4), dem Aufenthaltsort Gottes, und dem Himmel, der von der Erde aus sichtbar ist. Obwohl Satan's Schicksal bereits durch seine Niederlage am Kreuz unwiderruflich besiegelt war, wird das endgĂŒltige Gericht an ihm erst am Ende des Millenniums (der tausendjĂ€hrigen Herrschaft Christi auf Erden) vollzogen werden. Zu diesem Zeitpunkt wird dann der Teufel gemeinsam mit dem Antichrist „in den Feuer- und Schwefelsee geworfen werden 
 und sie werden Tag und Nacht gepeinigt werden von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ (Offb. 20,10).

Gefallene Engel vor der Sintflut

Über eine weitere Übertretung der Engel berichtet 1. Mose 6,1-2:

„Und es geschah, als die Menschen begannen, sich zu vermehren auf der FlĂ€che des Erdbodens, und ihnen Töchter geboren wurden, da sahen die Söhne Gottes die Töchter der Menschen, wie schön sie waren, und sie nahmen sich von ihnen allen zu Frauen, welche sie wollten.“

Wer waren diese „Söhne Gottes"? Im Buch Hiob werden sie zweimal erwĂ€hnt.

So heißt es in Hiob 1,6:

„Und es geschah eines Tages, da kamen die Söhne Gottes, um sich vor dem Herrn einzufinden. Und auch der Satan kam in ihrer Mitte.“

Und in Hiob 38,7 stellte Gott folgende Frage an Hiob:

„Wo warst du 
, als die Morgensterne miteinander jubelten und alle Söhne Gottes jauchzten?“

Die „Söhne Gottes", von denen in diesen beiden Bibelstellen die Rede ist, waren offenbar „himmlische Wesen“ (Engel), da zu dem Zeitpunkt, als Gott die Erde schuf, mit Sicherheit keine Menschen anwesend waren.

Im Neuen Testament gibt es zwei Bibelstellen, die das Gericht Gottes ĂŒber die Engel beschrieben, die - wie in 1. Mose 6,1-2 berichtet - mit menschlichen Frauen SĂŒnde begingen. In Judas Vers 6 heißt es:

„Und Engel, die ihren Herrschaftsbereich nicht bewahrt, sondern ihre eigene Behausung (d. h., den Himmel) verlassen haben, hat er zum Gericht des großen Tages mit ewigen Fesseln unter Finsternis verwahrt.“

Es ist offensichtlich, dass es sich hierbei nicht um die Engel handelt, die an Satans ursprĂŒnglicher Rebellion teilgenommen hatten, da Satan und seine Engel ja zu diesem Zeitpinkt noch nicht eingesperrt sind, sondern weiterhin frei und aktiv in der „Himmelswelt“ agieren. Die hier von Judas angefĂŒhrte SĂŒnde der Engel bestand vielmehr darin, dass sie den ihnen zugeteilten Aufenthaltsbereich im Himmel verlassen hatten und in den irdischen Bereich herabgestiegen waren, wo sie dann eine sexuelle Beziehung mit den Frauen der Menschen eingingen.

In Vers 7 fÀhrt Judas fort:

„
 wie auch Sodom und Gomorra und die umliegenden StĂ€dte, die in gleicher Weise wie sie Unzucht trieben und hinter fremdem Fleisch herliefen, als ein Beispiel vorliegen, indem sie die Strafe des ewigen Feuers erleiden.“

Judas vergleicht die gefallenen Engel zu Noahs Zeiten mit den Menschen von Sodom und Gomorrha, da sich beide Gruppen der gleichen SĂŒnde der Unzucht und der sexuellen Perversion schuldig gemacht hatten.

Auch in 2. Petr. 2,4-6 bringt der Apostel die gefallenen Engel zu Noahs Zeiten mit den Menschen von Sodom und Gomorrha in Verbindung:

„Denn wenn Gott Engel, die gesĂŒndigt hatten, nicht verschonte, sondern sie in finsteren Höhlen des Abgrundes gehalten und zur Aufbewahrung fĂŒr das Gericht ĂŒberliefert hat; und (wenn) er die alte Welt nicht verschonte, sondern (nur) Noah, den Prediger der Gerechtigkeit, als achten (neben sieben anderen) bewahrte, als er die Flut ĂŒber die Welt der Gottlosen brachte; und (wenn) er die StĂ€dte Sodom und Gomorra einĂ€scherte und zur Zerstörung verurteilte und denen ein Beispiel setzte, die kĂŒnftig gottlos sein wĂŒrden; 
“

In beiden FĂ€llen bestand ihre SĂŒnde also in unnatĂŒrlichem Sex. Die Englische Übersetzung von Vers 4 benutzt hier den Ausdruck „in die Hölle werfen", der auf das in der griechischen Ursprache des Neuen Testaments benutzte Wort tartarus zurĂŒckgeht - ein Ausdruck, der in der griechischen Literatur hĂ€ufig gebraucht wird. Laut Definition bezeichnet Tartarus „einen Ort des Gewahrsams, der sich so tief unter dem Hades befindet, wie der Hades unter der Erde.“ Es ist wirklich erstaunlich, wie lange der Herr manche SĂŒnden toleriert, aber es gibt gewisse Grenzen, ĂŒber die Gott eifersĂŒchtig wacht. Eine dieser Grenzen besteht in dem Verbot sexueller Perversion - sei es zwischen Engeln und Menschen, oder zwischen Menschen gleichen Geschlechts. Wenn diese Grenze einmal ĂŒberschritten ist, lĂ€sst die Strafe Gottes in ihrer hĂ€rtesten Form nicht lange auf sich warten. Zur Zeit Noahs bestand diese Strafe in der Sintflut, wĂ€hrend sie im Falle Sodoms und Gomorrhas darin bestand, dass die gesamte Bevölkerung zweier StĂ€dte mit einem Schlag vernichtet wurde.

Ähnliche SĂŒnden in unserer Zeit

Die Bibel bringt klar zum Ausdruck, dass die Perversion sexueller Beziehungen zwischen Engeln und menschlichen Frauen mit der Zeit der Sintflut nicht endgĂŒltig aufhörte.

„In jenen Tagen waren die Riesen auf der Erde, und auch danach, als die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen ((Kinder)) gebaren. Das sind die Helden, die in der Vorzeit waren, die berĂŒhmten MĂ€nner.“ (1. Mose

6,4)

Das hebrĂ€ische Wort nephilim ist eine direkte Ableitung des Verbs naphal, was „fallen“ bedeutet. Nephilim heißt also wörtlich Gefallene - d. h., gefallene Engel. Es gab Nephilim auf der Erde „in jenen Tagen“ (zur Zeit der Sintflut) - und auch danach (nach der Sintflut).

Die zu diesem spĂ€teren Zeitraum aus einer unnatĂŒrlichen sexuellen Beziehung entstandenen Wesen wurden Helden genannt. Die griechische Mythologie enthĂ€lt zahlreiche Schilderungen ĂŒber solche Helden - dem Produkt einer sexuellen Beziehung zwischen Wesen, die von den Griechen Götter genannt wurden, mit den Frauen der Menschen. Diese sog. Götter waren Wesen, die ĂŒbernatĂŒrliche Macht besaßen und die von einer höheren Daseinsform abstammten den in der Bibel erwĂ€hnten nephilim. In Wirklichkeit handelte es sich bei diesen Wesen jedoch um gefallene Engel.

Um nur einige Beispiele zu nennen: Zeus (dem „Vater“ dieser sog. Götter) sagt man nach, dass er die Gestalt eines Schwans eine sexuelle Beziehung mit einer Frau namens Leda einging, die ihm drei Kinder gebar. Ein anderes Mal. wiederum hatte Zeus eine sexuelle Beziehung mit Europa - wobei er die Form eines Stiers annahm - aus der ebenfalls drei Söhne hervorgingen. Ein anderer „Gott“ - nĂ€mlich Poseidon, der Meeresgott - ging eine Beziehung mit einer menschlichen Frau ein, die ihm einen Sohn gebar, der den Namen Theseus trug und der zu den berĂŒhmtesten unter den griechischen Helden zĂ€hlte.

Es ließen sich noch viele weitere Beispiele dieser Art aufzĂ€hlen. Diese Mythen sind wie ein zerbrochener Spiegel, der eine entstellte Version der ursprĂŒnglich in 1. Mose 6,4 wahrheitsgetreu zusammengefassten Ereignisse wiedergibt.

Wie in den Tagen Noahs

In Lukas 17,26 warnt uns Jesus:

„Und wie es in den Tagen Noahs geschah, so wird es auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen
“

Um es anders auszudrĂŒcken: Die UmstĂ€nde, die kennzeichnend waren in Noahs Tagen werden auch typisch sein fĂŒr die Zeit unmittelbar vor dem Ende dieses Zeitalters.

Zur Zeit Noahs war „die Erde aber verdorben vor Gott, und die Erde war erfĂŒllt mit Gewalttat.“ (1. Mose 6,11)

Zweifellos können wir heute mit unseren eigenen Augen verfolgen, wie diese beiden Merkmale in immer stĂ€rkerem Maße erneut sichtbar werden - nĂ€mlich in Form moralischen Zerfalls und einer GewalttĂ€tigkeit, die mehr und mehr eskaliert.

In den Tagen Noahs wurde die Menschheit auch von Engeln aus höheren Regionen heimgesucht, die menschliche Frauen begehrten. Heutzutage berichten die Medien immer wieder von „außerirdischen Besuchern"; diese Besuche werden manchmal sogar durch lebhafte Zeugenaussagen „bestĂ€tigt". Wir können diese Berichte natĂŒrlich als reine Erfindung abtun, was allerdings nicht zu einer ErklĂ€rung ĂŒber die zunehmende HĂ€ufigkeit des Auftretens solcher außerirdischen Besuche beitrĂ€gt. Die Bibel gibt uns jedoch eine andere ErklĂ€rung fĂŒr dieses PhĂ€nomen mit ihrer Aussage, dass die gleichen LebensumstĂ€nde, die zur Zeit Noahs herrschten, sich in der Endzeit wiederholen werden: Gefallene Engel sind erneut am Werk auf dem Planeten Erde.

Eine Warnung von Paulus zur rechten Zeit

Wenn diese Interpretation der Schrift korrekt ist, dann verleiht sie den warnenden Worten, die Paulus in 1. Kor 11,2-16 ausspricht, eine neue Dringlichkeit. Paulus sah in der Gemeinde nicht etwa eine kleine Gruppe von Menschen, die sich von der Welt absonderte und sich in irgendein religiöses GebĂ€ude zurĂŒckzog. Er verstand die Gemeinde vielmehr als Teil eines großangelegten Dramas, das sowohl die Erde als auch den Himmel miteinbezieht. An den ZusammenkĂŒnften der Gemeinde nahmen manchmal nicht nur Menschen teil, sondern mitunter auch Engel - sowohl gute als auch böse.

Deshalb warnte Paulus, dass vor allem menschliche Frauen, die an der Anbetung der Gemeinde teilnehmen, sich ĂŒber die mögliche Gegenwart solcher guter wie auch böser Engel bewusst sein mĂŒssen und ermahnte sie, eine angemessene Kopfbedeckung zu tragen als Ă€ußerliche BestĂ€tigung ihrer Unterordnung unter die AutoritĂ€t, die Christus Seiner Gemeinde verliehen hat. Seiner Ansicht nach wĂŒrden die Frauen damit einerseits den guten Engeln, die möglicherweise bei der Anbetung zugegen sein könnten, den ihnen zustehenden Respekt erweisen, wĂ€hrend ihnen diese Verhaltensweise andrerseits Schutz und Bewahrung bot vor unreinen geistlichen EinflĂŒssen jeder Art, die von irgendwelschen bösen Engeln ausgehen könnten.

„Wo ist die Ehrfurcht, die mir gebĂŒhrt?“

Zur Zeit Maleachis beschuldigte der Herr Sein Volk, dass ihre Anbetung unaufrichtig sei. Sie waren zwar sehr religiös, aber sie empfanden keinerlei Ehrfurcht, weshalb der Herr in Mal. 1,6 sagt:

„Ein Sohn ehrt den Vater und ein Knecht seinen Herrn. Wenn ich nun Vater bin, wo ist meine Furcht?“

Und in Mal. 1,14 beschließt Er Seine Gedanken mit folgenden Worten:

„Denn ein großer König bin ich, spricht der Herr der Heerscharen, und mein Name ist gefĂŒrchtet unter den Nationen.“

In fast allen Kulturen gibt es gewisse Anstandsregeln ein sog. Protokoll, das dazu dient, das Verhalten der Menschen gegenĂŒber ihrem König festzulegen.

Der Herr hat ebenfalls sein Protokoll, genauso wie ein irdischer König. Einige Anforderungen dieses himmlischen Protokolls finden wir in 1. Kor. 11,2-16. Sie erinnern uns daran, dass die Christen in ihrer Anbetung nicht einfach eine kleine isolierte Gruppe darstellen, die auf sich allein gestellt ist. Genau das Gegenteil ist der Fall, denn Paulus sagt:

„Denn wir sind der Welt (dem Universum) ein Schauspiel geworden, sowohl Engeln als auch Menschen.“ (1. Kor. 4,9)

Wie wir bereits gesehen haben, gibt es sowohl gute als auch böse Engel.

Als Zeichen unseres Respekts und unserer Ehrfurcht gegenĂŒber dem Herrn - sowie in unserem eigenen Interesse mĂŒssen wir uns daher mit den Regeln dieses himmlischen Protokolls vertraut machen und sie befolgen.

Mein nÀchster Lehrbrief befasst sich mit dem Thema Krieg in der Himmelswelt.

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Publication Date: 2000. Code: TL-L025-100-DEU
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